Mäntel - Umhänge

Balandran/Zamarro/Palandrano - Im Mittelalter wurde der lange, kittelförmige Balandran als Regenmantel getragen. Zu diesem Zweck besaß er auch eine Kapuze. Der Überziehmantel besaß eine weite Form, hatte lange weite Ärmel und wurde mit einem Gürtel verschlossen. Er wurde von Frauen wie Männern getragen. Später auch als Reitmantel.

Blazermantel - Der Blazermantel ähnelt im oberen Abschnitt einem Herrensakko. Er ist ein- und zweireihig erhältlich.

Capa - Dieser mit Kapuze versehene spanische Umhängemantel wurde vom 16.-18 Jh. vom Mann getragen. Die Capa war aus Samt, Seide oder Wollstoffen hergestellt, war meist kragenlos und hatte je nach Zeit eine unterschiedliche Länge. Selten wurde sie von Damen getragen.

Cape - Der unterschiedlich lange, jedoch weite Umhang ist ärmellos und nur mit Ärmelschlitzen versehen.

Capote/Kapot/Kapotte/Kaput - Der Capote tritt als weiter Überrock aber auch als Regenmantel mit Kapuze auf. Er von beiden Geschlechtern getragen.

Carrick - Der Carrick entwickelte sich ca. 1785 aus der Pelerine und ist genau wie sie ein Kragenumhang, der lose umgelegt wird. Jedoch weist der Carrick mehrere Schulterkragen auf.

Chesterfield - ein eleganter klassischer Überzieher aus leichtem Wollstoff, mit verdeckter Knopfreihe und eingeschnittenen Klappentaschen, benannt nach dem Earl of Chesterfield, dem ehemaligen Vizekönig von Indien

Chlamys (1600-100 v.Chr.) - Der Chlamys ist ein Wollumhang, der über die linke Schulter gelegt und an der rechten Schulter gefibelt wird.

Dufflecoat - Der Dufflecoat kam in den 1940er Jahren in Mode und ist ein sportlicher Kurzmantel mit großen rechteckigen aufgesetzten Taschen. Der kastenförmige Mantel wird mit Knebeln verschlossen und weist eine Kapuze auf.

Hänger - Der Hänger ist gerade oder leicht ausgestellt geschnitten und fällt lose.

Haik (3000-300 v.Chr.) - Der Haik ist aus transparentem Gewebe gefertigt, wird um den Körper gewickelt, manchmal auch über den Kopf gezogen und mit einem Knoten befestigt

Havelock/Kaisermantel - Der Havelock wird seit 1857 und in Abformen noch heute getragen. Dieser Mantelumhang ist mit Armschlitzen versehen und mit einer hüftlangen Pelerine versehen.

Himation - Dieses griechische Übergewand wurde von Männern wie Frauen getragen und kam 600 v. Chr. in Mode. Im Wesentlichen war es eine rechteckige Decke aus Wollstoff, die um den Körper gewunden wurde und über die eine Schulter gelegt, so dass ein Arm und eine Schulter frei blieben. Die Frau zog das Himation auch über den Kopf.

Houppelande - Der gefütterte weite Mantel war seitlich geschlitzt, wies überlange und überweite, so genannte Tüten-ärmel auf. Die Houppelande wurde mit einem Gürtel getragen und war mit einem Stehkragen ausgestattet. Sie wurde zwischen 1356 und Ende des 15.Jh. getragen und hatte ihren Ursprung in Schottland.

Justaucorps - Die etwa knielange männliche Oberbekleidung, war sehr auf Taille gearbeitet und meist aus edlen Stoffen wie Samt, Seide oder Brokat gefertigt. Die eng anliegenden Ärmel wurden an ihrem Ende mit einem auffälligen Aufschlag abgeschlossen. Die kugelförmigen Metallknöpfe wurden nur im oberen Bereich geschlossen. Zeitweilig trat er mit Steh- oder auch Reverskragen auf und war mal mehr oder weniger mit Tressen verziert. Sie wurde ab 1660 getragen.

Kleppermantel - Diesen gummibeschichteten Regenmantel mit geschweißten Nähten trägt man sein 1919. Er zeichnet sich durch Raglanärmel, Pattentaschen und einer einreihigen Knopfreihe aus.

Mantelet - Der kleine Mantel, eher der Umhang, wurde in der Zeit zwischen 1740 und 1888 von den Damen getragen. Er besaß keine Armschlitze, dafür eine Kapuze und hielt lediglich durch eine Schleife vorne zusammen. Den Mantelet gab es in schwerer Stoffausführung für den Winter und in leichterer für die Sommerzeit.

Mantelumhang - 2000v.Chr.-1400 n. Chr. trug man den Mantelumhang, der eine rechteckige bzw. abgerundete Form aufwies und mit einer Fibel auf der rechten Schulter zusammengehalten wurde.

Paenula - den bequemen römischen Überziehmantel trug man 500v.Chr. – 300 n.Chr. gern auf Reisen und bei schlechtem Wetter. Durch einen Schlitz konnte man ihn über den Kopf ziehen. Oft war er auch mit einer Kapuze versehen. Vom Schnitt her ist er mit einem Poncho zu vergleichen.

Paletot - 1840 kam der elegante zweireihige Paletot auf den Markt, der auch noch heutzutage getragen wird. Er ist 3/4lang, hat eine leicht sichtbare Taille, ein aufsteigendes Revers, Gehschlitze auf der Rückseite und Pattentaschen.

Pallium - Das Pallium ist ein römisches Obergewand für den Mann, aus einem rechteckigen Stück Stoff. Es konnte aus Wolle oder aus Seide bestehen und war in den Farben, weiß, schwarz und purpur beliebt. Die Frauen trugen die nicht genau vom Pallium abzugrenzende Palla, die meist etwas weiter geschnitten war und mehr Falten aufwies.

Pelerine - Die Pelerine ist ein Kragenumhang, die seit dem 17.Jh. getragen wird. Anfangs von den Wanderern und Pilgern, später jedoch auch vom normalen Volk, von Frauen wie Männern. Heutzutage bezeichnet man mit einer Pelerine meist einen Regenumhang.

Pelzmantel - Mit Pelzen hat man sich schon seit jeher bekleidet, was in der Natur der Sache liegt. In einem Pelzumhang wird man nicht frieren. Es gibt kaum ein Tier, aus dessen Fell nicht mal ein Pelz hergestellt wurde. Doch nicht nur zum Schutz vor Kälte wurden Pelzmäntel getragen, sondern auch aus rituellen und Prestigegründen. Seit den 80er Jahren des 20.Jh. ist es durch die stärker werdenden Tierschutzgruppen und Kampagnen verpönt, sich in echte Tierfelle zu hüllen.

Raglanmantel - Ein bequemer leichter Mantel mit Raglanärmeln ist der Raglanmantel, der Ende des 19.Jh. Einzug in die Mode fand.

Redingote/Capote - Der Redingote müsste eigentlich Riding-Coat heißen, was nichts anderes als Reitmantel meint Von den Herren wird er seit 1728 und von den Damen seit ungefähr 1785 getragen. Er ist dem Gehrock ähnlich, zweireihig, tailliert und weist längs verlaufende Nähte auf, die den Mantel schwingen lassen. Teilweise wird er bis zum Saum durchgeknöpft und mit Häkchen und Ösen verschlossen.

Rotonde - Dieses kurzlebige Frauenkleidungsstück wurde nur von 1820-35 getragen. Der halbrunde Umhang war hüftlang, besaß einen runden Umlegekragen und war mitunter mit Plüsch gefüttert.

Schaube - Ende des 15.Jh./ Anfang des 16.Jh. trug man die Schaube. Zuerst nur die Männer, später auch die Frauen. Der bürgerliche Mantelrock war stets vorne offen, knie- oder wadenlang und aus teuren Stoffen gefertigt. In der Armlänge variierte die Schaube. So gab es Schauben mit kurzen Puff-, aber auch mit langen, weiten Sackärmeln. Wenn nicht die ganze Schaube mit Pelz gefüttert war, so zumindest der breite Schalkragen.

Schnurmantel - Um 1175 tauchte der halbkreisförmige Schnurmantel auf, der mithilfe einer Schnur, die durch ein Knopfloch gezogen wurde, zusammenhielt. Der Mantel blieb vorne offen stehen, so dass die darunter liegende Kleidung sichtbar war.

Slipon - Dieser Herrenmantel hat eine bequeme Weite, meist eine verdeckte Knopfleiste und einen breiten Kragen, Das Revers hingegen ist kurz gehalten.

Spanisches Mäntelchen - Dieser kurze Umlegemantel trat zwischen 1500 und 1640 in Erscheinung. Das Mäntelchen besaß einen hochgestellten Kragen und war aus Samt oder Seide gefertigt.

Spencer - Der Spencer ist eine Männerüberjacke, wurde meist über dem Frack getragen, war kurzärmelig oder ärmellos und kam ca.1785 in Mode.

Sportcoat - Dieser moderne knielange Wettermantel ist mit auffälligen Steppnähten versehen und besitzt einen kastenförmigen Schnitt. Die einreihige Knopfleiste ist meist verdeckt. Er ist mit und ohne Gürtel erhältlich.

Tappert - Der einfache kittelartige Mantel war knie- oder knöchellang, war rundherum geschlossen, besaß lange weite Ärmel und wurde Anfang des 15.Jh. getragen.

Tasselmantel - Dieser Mantel ist eine Weiterentwicklung des Schnurmantels und wurde sowohl von den Herren, wie von den Damen getragen. Der war aus edlen Wollstoffen oder Samt und wurde mit Tasseln geschlossen. Tasseln sind knopfähnliche schmucke Scheiben, die mit einem Kettchen verbunden waren.

Toga - (5000 v.Chr. -400 n.Chr.) Die Toga ist ein Staats- und Ehrenkleid der Römer und wurde von den freien Bürgern getragen. Die Maße des ovalen Wolltuchs betrugen in der Länge dreifache und in der Breite zweifache Mannshöhe. Eine Ecke des Saums schlug man über die Schulter nach vorne, so dass diese bis zum Knie herabhing. Der andere Zipfel hing dann entweder am Rücken herunter oder wurde über den Ar gelegt.

Trenchcoat - “Schützengrabenmantel“ Der Trenchcoat ist ein sportlicher, wetterfester Mantel aus imprägniertem Baumwollstoff. Er ist lose geschnitten und wird mit einem Gürtel getragen. Auffällig sind die Schultersattel, die Achselklappen und Ärmelriegel. Der Trenchcoat ist meistens zweireihig und wurde erstmal von den Soldaten im I.WK getragen. Danach fand er Einzug in die zivile Mode Englands.

Ulster - Der Ulster ist ein schwerer, wuchtiger Männermantel für die kalten Tage des Jahres, der ein breites Revers aufweist und im letzten Drittel des 19.Jh. in Mode kam. Er ist meist zweireihig und aus rauem Wollstoff gefertigt.

Wickelmantel - Der Wickelmantel wird lediglich mit einem Gürtel zusammengehalten.

Zeltmantel/Swingermantel - Dieser Damenmantel ist an den Schultern schmal geschnitten und fällt glockenartig herab.