Norfolkjacke

norfolkjackeDie Norfolkjacke kam in der Gründerzeit, genauer gesagt um 1880, in Mode. Sie wird zu den funktionellen Sportjacken gezählt und ist speziell für den Jagd- und Schießsport konzipiert worden.
Aus diesem Grund ist die Norfolkjacke besonders bewegungsfreundlich gestaltet, was durch ihre Kürze und der vertikalen Kellerfalte an der Rückseite erreicht wird. Teilweise hat sie auch seitlich Falten.

Sie ist mit geräumigen Blasebalgtaschen ausgestattet, um in ihnen Patronen und Verpflegung griffbereit zu haben. Häufig anzutreffende Details sind aufgesetzte Ärmelflecken am Ellenbogen und ein dazugehöriger halbangesetzter Rückengurt. Das Norfolkjacket wird mit drei oder vier Lederknöpfen geschlossen.

Ihren Namen erhielt sie nach der englischen Grafschaft Norfolk, da sie dort erstmals und besonders häufig bei Jagdveranstaltungen getragen wurde. Beliebte für die Fertigung verwendetet Materialien sind Tweedstoffe, Donegals und Homespun.norfolkblazer
Eine andere Besonderheit der Norfolkjacke ist der Umstand, dass diese Jacke nicht Teil eines Anzuges, sondern eigenständig zur Hose zu tragen ist. Das erforderte oft eine kostspielige Neuanschaffung einer separaten Hose. Bekannt ist das Bild englischer Adliger bekleidet mit der Norfolkjacke, Knickebockerhose und einer Schirmmütze. Zunächst nur als Männerjacke zeitgemäß, gab es alsbald auch weibliche Variationen der Norfolkjacke in Form eines Blazers. Einen reglerechten Boom erlebte diese Sportjacke in den 1950er Jahren.

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